Restaurierung Hauptportaltüre im Bundeshaus Bern

Restaurierung Hauptportaltüre im Bundeshaus Bern

Projekt: Bundeshaus bern
Bereich: Holzoberflächen

Restaurierung historischer Eingangstüren im Bundeshaus Bern

Das Parlamentsgebäude im Bundeshaus wurde zwischen 1894 und 1902 nach den Plänen von Hans Wilhelm Auer erbaut.
Es gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke der Schweiz – geprägt von handwerklicher Präzision und Materialien aus dem eigenen Land.

Im Zentrum unserer Arbeiten standen die massiven Eichenoberflächen der Hauptportaltüren – ein prägendes Element des Gebäudes, das über Jahrzehnte hinweg genutzt und mehrfach überarbeitet wurde.


Ausgangslage

Die Oberflächen zeigten die typischen Spuren eines stark beanspruchten historischen Bauteils:

  • verblasste und ungleichmässige Farbigkeit
  • spröde, überlagerte Altschichten
  • Abplatzungen und lokale Beschädigungen
  • unruhiges Gesamtbild durch frühere Eingriffe

Ziel war es nicht, einen „Neuzustand“ zu erzeugen, sondern die bestehende Substanz zu stabilisieren und wieder in ein stimmiges Gesamtbild zu führen.


Vorgehen

Alle Elemente wurden demontiert und sowohl in der Werkstatt als auch vor Ort bearbeitet.

Die bestehenden Schichten wurden sorgfältig beurteilt und nur dort reduziert, wo sie ihre Funktion verloren hatten.
Darauf aufbauend erfolgte die Restaurierung in aufeinander abgestimmten Schritten:

  • kontrolliertes Abtragen alter Lack- und Farbschichten
  • Stabilisieren und Glätten der Holzoberflächen
  • Ergänzen beschädigter Bereiche
  • Retusche verblasster Zonen
  • Beizen im Eigenton zur Wiederherstellung der Tiefe

Der Aufbau der Oberfläche erfolgte von Hand – abgestimmt auf Material, Nutzung und historische Substanz.

Zum Schutz wurden biologische Spezialöle auf Basis von Leinöl, Sojaöl und mineralischen Pigmenten eingesetzt.
Der finale Glanzgrad wurde seidenmatt eingestellt, mit einer diffusionsfähigen Oberfläche auf pflanzlicher Basis.


Ergebnis

Die Türen wirken wieder ruhig und geschlossen.
Nicht neu – sondern in sich stimmig.

Die ursprüngliche Materialität bleibt erhalten, Gebrauchsspuren werden integriert und die Oberfläche langfristig geschützt.


Erweiterter Umfang

Neben den Hauptportaltüren wurden auch mehrere Fluchtwegtüren sowie die Tür des Ständeratspräsidenten nach dem gleichen Prinzip restauriert.

Alle Arbeiten erfolgten unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Anforderungen und mit maximalem Respekt gegenüber der bestehenden Substanz.


 


Projektdaten

Projekt
Restaurierung historischer Eingangstüren Bundeshaus Bern

Ort
Bern

Bauherr / Auftraggeber
BBL Bundesamt für Bauten und Logistik

Architektur / Bauleitung
Suter + Partner AG

Submission / Ausführungspartner
Schreinerei Martin Kunz GmbH

Zeitraum
2022–2025

Status
Fertiggestellt

Segment
Öffentliche Gebäude / Denkmalpflege

Leistungen
Restaurierung historischer Türen
Holzoberflächen-Restaurierung
Eichenmaserierungen und Farbangleichungen
Aufbau diffusionsoffener Oberflächen

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